Der Roman spielt im ersten Buch vom 4. Mai bis zum 10. September 1771, was genau an den Daten, die die Briefe kennzeichnen, zu erkennen ist. Angeschrieben wird der fiktive beste Freund vom Werther. Die Mutter des W. tritt ein Erbe an und er soll die Erbschaftsangelegenheiten klären. W. schreibt seine Briefe wie Tagebucheinträge, zu erkennen ist dies, weil er teilweise sehr emotional seine Gefühle und Empfindungen erläutert. In den ersten Briefen schließt mit seiner Vergangenheit ab und fährt fort mit der Gegenwart. Er ist weggezogen, weil er Leonora durch sein fehlerhaftes Verhalten verletzt hat, indem er sich ihrer Schwester genähert hat. Nun möchte er sein Leben bessern, ist aber nicht bereit sich zu entschuldigen, weil ihn sein Herz dazu geleitet hat.
Die altertümliche Sprache aus der Zeit des Sturm und Drangs klingt sehr gebildet für uns, war aber für die damalige Zeit stilistisch gängig. Auf Grund der Erzählung in Form von Briefen bezeichnet man so einen Roman als Briefroman. Der Briefroman war die weitverbreiteste Form eines Romans im 19. Jahrhundert.
Goethe erfindet einen fiktiven Erzähler mit dem er uns in die Geschichte einführt und eine Erwartungshaltung an den implizierten Leser setzt. Der implizierte Leser ist traurig, verzweifelt und findet in dem Roman einen Verbündeten, einen Freund, der einen verstehen soll-->enttäuscht von der Liebe
Der Einleitung weist uns auf eine unerfüllte Liebe und Sehnsucht nach einem Partner hin und nimmt vor weg, dass der "arme" Werther (S.1) keinen positiven Ausgang finden wird.
Die Epoche des Sturm und Drangs liegt zeitlich nach der der Aufklärung. Leitbegriffe und Ideen die zur Zeit der Aufklärung noch wichtig waren, werden im Sturm und Drang übergangen und durch andere ergänzt. Als Verstand, Wissenschaft, Tugend und Vernunft mit der Erkenntnis der Sinneswahrnehmung und des Verstandes zur Zeit der Aufklärung von großer Bedeutung waren, so waren zur Zeit des Sturm und Drangs Emotionen wie Sehnsucht, Liebe und Leidenschaft ausschlaggebend.Ein Merkmal, welches oft bei Epochenwechsel zu sehen ist,dass die Merkmale, wie ein Pendel schwanken und oft ins Gegenteil wechseln. In der Aufklärung war die Idee sich seines eigenen Verstandes zu bemächtigen und somit aus seiner Unmündigkeit zu entfliehen (Kant), während im Sturm und Drang die Verbindung zur Natur, der Schönheit und des Ergötzens an diesen ausschlaggebend war. Es gab eine Art "Gegentrend".
Als Beispiel dienen die Herrengärten nach französischer und englischer Art in denen beide Epochen gut differenzierbar sind. Die französischen Herrengärten waren zur Zeit der Aufklärung sehr beliebt. Sie hatten klare Linien und Strukturen, jeder einzelne Strauch war geplant und angelegt. Im Gegensatz dazu war der englische Herrengarten, der zwar auch angelegt war, aber viel natürlicher wirkte und auch farbenprächtige Blumen enthielt. (siehe auch: Themen, Texte und Strukturen S. 208)
Umschreibung: Ein Aufklärer als Verfasser des ersten Briefes
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (Immanuel Kant)
Der W. ist ebenso, wie Sonntag ein "Casanova" und "Frauenaufreißer" Auch legt er ein bestimmtes negatives Verhalten Frauen gegenüber dar. Entgegen dem Verhalten der Gesellschaft (assozial, nicht sozial) handelt der W. genauso , wie Sonntag, denn beide entsprechem den Kategorischem Imperativ nicht. Michael arbeitet bewusst nicht und lässt sich von der Gesellschaft aushalten, indem er soziale Hilfen beansprucht und das aus einem indiskutablem Grund. Der W. hingegen betrügt seine Freundin mit ihrer Schwester und verlässt Hals über Kopf seinen Heimatort. Noch verwerflicher ist dabei seine fehlende Reue, denn weder eine Entschuldigung, noch ein Bewusstwerden über Schuld ist bei ihm zu bemerken. Daraus erkennt man deren beider egoistisches Handeln (Beleg im "Werther" : "Ich" "ich" "ich") und eigennütziges Vorgehen.
Ich würde mich sehr über Ergänzungen freuen...
Viktoria Karolczak
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