In Eduard Mörikes Gedicht "Früh im Wagen" geht es um ein lyrisches Ich, welches von einem geliebten Menschen Abschied nehmen muss und sich vor der neuen Zukunft ohne diesen fürchtet. Das lyrische Ich spricht von einem "blassen Streif" (V.3), der den "fernen Ost erhellt" (V.4), wobei man sagen kann, dass dieser blasse Streif ein Teil der aufgehenden Sonne ist und der ferne Ost sein Ziel darstellt. Die Sonne befindet sich also vor ihm/ihr, wobei diese vielleicht für die Realität stehen kann, die auf ihn/sie zukommt, nämlich, dass er/sie sein/ihr Leben ohne diesen geliebten Menschen weiterführen muss. Hinter ihm/ihr befindet sich ein "Fichtenwald" (V.7), über dem noch der "volle Mond" (V.8) steht. Dies könnte also die Vergangenheit sein, die sich in der Nacht ereignet. Also kommt er/sie von der Nacht/Vergangenheit in den neuen Tag/die Zukunft, somit kann man sagen, dass ein neuer Tag und auch ein neuer Lebensabschnitt für das lyrische Ich beginnt. In der dritten Strophe spricht er/sie von einem "scheuen Blick, den schon die Ferne drängt" (V.9-10), was die Angst vor dem Neuen ausdrücken soll. In Vers 11 benutzt er/sie das Wort "Schmerzensglück", ein Oxymoron. Den Schmerz empfindet er/sie, weil er/sie sich von seiner/ihrer Liebe verabschieden/trennen muss, das Glück weil er/sie dennoch glücklich ist, dass er/sie mit dieser Liebe zusammen war. Dieses Schmerzensglück empfand er/sie in der "Abschiedsnacht" (V.12), an die er/sie sich erinnert, also war er/sie zum Zeitpunkt der Trennung gleichzeitig von Schmerz, aber auch von Glück erfüllt. In der vierten und fünften Strophe erinnert er/sie sich an gemeinsame Momente, z.B in Vers 15 und 16: "Dein Kuß, dein Hauch umweht, dein Flüstern mich noch hier." Die Worte "Hauch" und "Flüstern" drücken die Vergänglichkeit der Liebe aus und dass es letztendlich ja nur eine Erinnerung ist, die er/sie irgendwann vergessen wird, vor allem weil das lyrische Ich jetzt auf dem Weg in eine neue Zukunft ist. Wenn er/sie sagt "an deinem Hals begräbt sich weinend mein Gesicht" (V.17-18), drückt er/sie wieder den Schmerz der Abschiedsnacht aus, den er/sie empfand. Die "Purpurschwärze" (V. 19) ist ein Neologismus und drückt etwas Irreales aus, es könnte aber auch gemeint sein, dass er/sie die Augen geschlossen hält und das Dunkel der geschlossenen Lider von dem Purpur der aufgehenden Sonne durchbrochen wird, die sich vor ihm/ihr in der Zukunft befindet und ein Zeichen dafür ist zu gehen. Die nächste Strophe beginnt nämlich mit den Worten "Die Sonne kommt;- sie scheucht den Traum hinweg im Nu" (V. 21-22), d.h. er/sie muss sich auf den Weg machen. Im letzten Vers spricht er/sie von einem "Schauer" (V. 24), der von den Bergen auf ihn/sie zukommt. Dieser bedeutet, dass er/sie der Zukunft bzw. dem Neuanfang zweifelnd und angsterfüllt entgegenblickt. Außerdem sind auch die Berge (vgl. V.23) ein Anzeichen dafür, dass der Weg in das neue Leben mühsam und holprig sein wird. Man erkennt, dass dieses Gedicht in der Epoche der Romantik geschrieben wurde, da die Leitmotive Sonne und Mond auftreten, die beide mit Romantik in Verbindung gebracht werden. Außerdem hat auch der "Morgenstern" (V.6) etwas Romantisches an sich. Das Gedicht besteht aus sechs Strophen mit jeweils vier Versen mit einem Kreuzreim, bei dem die Kadenzen alle weiblich sind. (sorry, mehr fällt mir zur Form nicht ein, da ich nicht finde, dass der Inhalt unterstützt wird!)
Lena Gebbeken,27.05.08
2008-08-18
2008-08-17
2008-07-10
2008-06-15
2008-06-10
2008-06-04
2008-06-01
2008-05-28
2008-05-27
2008-05-26
2008-05-25
2008-05-21
2008-05-18
2008-05-06
2008-05-04