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rauschen

Lass rauschen Lieb, lass rauschen

Das Gedicht „Lass rauschen Lieb, lass rauschen“ von einem unbekannten Verfasser beschreibt die Ansicht des lyrischen Ichs, dass die Liebe unberechenbar ist. In der ersten Strophe wird beschrieben, dass das lyrische Ich eine Sichel durch das Korn rauschen härt und zudem hört er eine Magd klagen, dass sie ihre Liebe verloren hätte. Auffällig ist hier, dass er das Rauschen der Sichel durch das Korn genauso beginnt, wie er gehört hat, dass eine Magd ihre Liebe verloren hat. Dies drückt seine Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Magd aus. Dies wird dadurch noch verdeutlicht, dass er von „eine Magd“ spricht. Er benutzt hier einen unbestimmten Artikel um seine Teilnahmslosigkeit zu verstärken. Die zweite Strophe beginnt er mit dem Titel des Gedichts: „Lass rauschen Lieb, lass rauschen“, Auffällig ist, dass er das Wort rauschen häufig benutzt. Das lyrische Ich zeigt dadurch seine Auffassung von der Liebe. Das Rauschen soll die Unberechenbarkeit der Liebe ausdrücken, sie rauscht nur so vorüber und es gibt keine Kontrolle darüber. Daraus lässt sich schließen, dass das lyrische Ich sein Liebe immer nach seiner Lust und Laune wechselt, als wenn es das natürlichste von der Welt ist. Die dritte Strophe weist einen Bruch im Gedicht auf. Dieser Part passt nicht in den Rest vom Gedicht. Dies lässt erkennen, dass diese Strophe von einem anderen lyrischen Ich gesprochen wird. Das eigentliche lyrische Ich wird hier mit „Du“ angesprochen. Es heißt hier: „ So steh ich hier alleine, Tut meinem Herzen weh“. Das lyrische ich ist hier die Magd, die in der ersten Strophe angesprochen wurde. So trauert die Magd noch dem ersten lyrischen ich hinter her, aber er liebt sie nicht mehr. Auch heißt es hier wie in der zweiten Strophe: „ In Veilchen und im Klee“. Für die Magd war seine Liebe etwas besonderes, aber für ihn ist sie nur eine Liebe unter vielen. Sie verspürt eine Sehnsucht nach seiner Liebe. Sie will nicht glauben, dass er sie nicht mehr liebt. Es ist hier ein unerfüllter Wunsch ihrerseits. In der vierten Strophe ist das erste eigentliche lyrische Ich wieder vorhanden. Es heißt dort weiter, dass ein Hirsch durch den Wald rauscht und genauso verhält es sich auch mit der Liebe. Klagen lohne sich nicht, denn sie ist wie ein Hirsch, der zwischen den Bäumen herumspringt und sobald wieder verschwunden ist , wie er gekommen ist. Er hört noch seine alte Liebe klagen, aber er sucht schon nach der neuen Liebe und hat sich auch wohlmöglich dann schon gefunden. Deshalb wird im Gedicht immer wieder das Wort „rauschen“ erwähnt. Es wird zu einem Schlüsselbegriff für die Ansicht der Liebe des lyrischen Ichs. Das Rauschen verdeutlich noch einmal die Unberechenbarkeit der Liebe. Naturerfahrungen werden hier metaphorisch für den Begriff der Liebe eingesetzt, wie das rauschen des Hirsches durch den Wald. Die fünfte Strophe beginnt genauso wie die zweite Strophe: „Lass rauschen Lieb, lass rauschen“. Die Vergänglichkeit der Liebe wird hier noch einmal bewusst. „ich weiß nicht wie mir wird“ heißt es weiter. Das lyrische ich kann seine Entscheidungen nicht steuern, die Liebe steuert ihn. Die letzte Strophe heißt: „Die Bächlein immer rauschen und keines sich verirrt.“ Hier macht er die Unberechenbarkeit der Liebe wieder metaphorisch mit einer Naturerfahrung deutlich. Das lyrische ich sagt, dass die Bäche einfach so fließen und sich keine Gedanken darüber machen, wie sie fließen, sie verirren sich aber trotzdem nicht. Genau so verhält es sich bei ihm mit der Liebe. Er hat ständig eine neue Liebe, aber das macht ihm nichts, weil er sich mit seiner Liebe nicht verirren kann und er wird schon die richtige Liebe finden. Er spricht hier nur von der körperlichen Liebe, eine Stufe des Eros. Währen die Magd im Gedicht Agape, die bedingungslose Liebe und zwischenmenschliche Liebe meint. Auffällig ist, dass das Gedicht nur manchmal einen Kreuzreim aufweist und wenn er vorhanden ist , dann ist er meist einfach und nicht professionell zusammengereimt, er muss also eher zufällig entstanden sein. Oder der Verfasser hat versucht ihn anzuwenden, ist aber daran gescheitert. Das der Verfasser anonym ist, lässt entweder darauf schließen, dass der Autor seinen Namen nicht preisgeben will oder es handelt sich hier um ein Volkslied. Auch dass das einfach Volk Autor ist, scheint plausibel, da hier eine Magd erwähnt wird und adlige junge Männer durften sich nie in eine Magd verlieben, bzw. mit ihr zusammen sein. Auch sind hier einige Tätigkeiten beschrieben, die nur vom einfachen Volk ausgeführt wurden. Wie z.B. „Sichlein rauschen“. So lässt sich das Gedicht eher einem Volkslied zuordnen.

Wolfgang


  • Das Geicht kommt von Achim von Arnim, soweit ich weiß. lg -- Der Erik aus dem gefühlten LK (2008-06-04 08:14:12)
  • Er hat das Gedicht nicht verfasst. Er hat es zusammen mit Clemens Brentano in der Volksliedsammlung "Des Knaben Wunderhorn" veröffentlicht, aber der Verfasser ist nicht bekannt. -- Roxane (2008-06-04 13:14:46)
  • den Konjunktiv üben wir aber noch mal -- Böhmer (2008-06-04 14:38:58)
  • den Konjunktiv üben wir aber noch mal -- Böhmer (2008-06-04 14:39:12)
  • Und wo ist da der Aufbau des Gedichts? Da sieht man mal wieder die feinen Unterschie zwischen eurem und dem "gefühlten" LK -- immer noch Böhmer (2008-06-04 14:49:37)

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